Wir über uns

Die Hamburger Liedertafel von 1823 ist der älteste Männerchor Hamburgs. Albert Methfessel gründete die Hamburger Liedertafel. Er komponierte unter anderem auch die Hamburg-Hymne „Stadt Hamburg in der Elbe Auen“.

Die Hamburger Liedertafel hat alle revolutionären Strömungen des Vormärz und der Jahre 1848/ 49 mit und durch Patriotismus und Liebe zum Gesang „abgewettert“. Sie hat sich schon früh, in den 1840ger Jahren, auf die Seite der „Alldeutschen“ (d.h. überall wo deutsch gesprochen wird, ist Deutschland) gestellt und als erster Chor öffentlich das Hoffmannsche „Lied der Deutschen“ gesungen und damit diesem Gefühl musikalischen Ausdruck verliehen.

Davon ist noch die Liebe zu ihrer Heimatstadt Hamburg übrig geblieben. Die Hamburger Liedertafel hat drei Kriege miterlebt und in den schweren Zeiten jeweils das gesungen, was gesungen werden durfte und was gern gehört wurde. In all den Zeiten waren die Beziehungen zum Senat und zur Bürgerschaft recht eng. Heute ist das Repertoire vielseitiger und abwechslungsreicher. Es reicht von Volksliedern, Spirituals, Opernchören, sakralen Gesängen, Schlagern, Rock- und Popsongs bis zu niederdeutschen und fremdsprachlichen Liedern sowie Seemanns-Liedern.

Zu Chören im In- und Ausland haben sich über Jahrzehnte freundschaftliche Verbindungen entwickelt. Das gemeinsame Singen bei Proben und Auftritten sowie das Beisammensein nach den Proben, bei großen und kleinen Festen und auf Reisen verbindet die Sänger der Hamburger Liedertafel. Zu den Aktivitäten der Hamburger Liedertafel gehört seit Jahren das regelmäßige Singen in Einrichtungen und Seniorenheimen wie z. B. New Living Home, Augustinum und Kursana, in Kirchen, auf Stadtteilfesten und in großen Shopping-Centern.

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Foto: W. Herget

Der Chor wird geleitet von Gunter Wolf, der sein Musikstudium in Dresden absolviert hat und lange Zeit als Chordirektor, Korrepetitor und musikalischer Leiter an vielen Theatern in der DDR tätig war. Sein absolutes Gehör, seine großen Fähigkeiten als Pianist, sein Ringen um Genauigkeit sind sprichwörtlich. Ebenso sein Humor, mit dem er manchen Probenabend entkrampft und die Sängerschaft zum Lachen bringt.

Sie sind zu einer Chorprobe herzlich eingeladen.

Regelmäßiger Probenabend ist dienstags von 19:15 bis 21:15 Uhr

Wo? Im Chorraum im Turm der Hauptkirche St. Katharinen
Katharinenkirchhof 1
20457  Hamburg.

Ansprechpartner:

Va Pensiero im Refugio.
Die Hamburger Liedertafel v. 1823 singt in einem Flüchtlingscafé.

„Zieht Gedanken, auf goldenen Flügeln“, singen die Gefangenen Nebukadnezars in Babylon.
„Zieht Gedanken“, mag auch mancher Sänger der Hamburger Liedertafel gedacht haben, als er am letzten Donnerstagabend im Café Refugio stand, um mit dem ehrwürdigen Männerchor Flüchtlingen aus aller Herren Länder ein Chorkonzert zu geben. Das Café Refugio gibt es seit genau einem Jahr und würde von dem ehemaligen Lehrer Michael Schade initiiert. Durch verschiedene kollegiale Verbindungen begünstigt, einigte man sich darauf, am 1. Jahrestage des Café Refugio, die Hamburger Liedertafel zum Chorkonzert zu bitten.

Und die ließ sich nicht lange bitten. In das Getümmel junger Männer und Frauen aus umliegenden Lagern, in das babylonische Sprachgewirr aus Farsi, Arabisch, Türkisch, Englisch und anderen sang sich die Liedertafel in die Herzen. An der Reaktion – schon bei Erklärungen der Lieder, in den 3 Hauptsprachen – konnte man ablesen, wie das Lied ankommen würde. Das schwungvolle Opening mit „Hallo hier Hamburg“, zauberte den meisten ZuhörerInnen ein Lächeln aufs Gesicht und die ersten klatschten mit, verhalten wippten die Füße. Besondere Highlights waren dann der Gefangenenchor aus Nabucco, we are the world – der Michael Jacksontitel und das total überraschende für alle Sänger: der Jägerchor/ Freischütz als Zugabe. Tja, Deutsche Romantik lässt die Augen feucht werden.

Was ist es eigentlich, was so zu Herzen geht, wenn ich die Sprache nicht verstehe? Der Männerchor, der auch Stärken im Piano hat? Die Fröhlichkeit, die wir ausstrahlen, trotz des Wissens über Fluchtgründe?
Ein nicht geringer Teil der Liedertäfler waren 1945 auch Flüchtlinge oder Vertriebene. Das haben die nie vergessen. Wenn es das aber Alles nicht ist, dann haben wir mit den jungen Flüchtlingen eine gemeinsame Sprache, nämlich die Musik. Natürlich ist es nicht egal was gesungen wird oder wer singt (auch böse Menschen haben heute Lieder) aber Hauptsache ist, es wird gesungen.

Das ist eine Gelegenheit für alle Chöre. Von der Dankbarkeit, die Euch dann entgegenströmt, werdet Ihr noch lange spüren.
Ich bin mir sicher, wir tun es wieder.

Günter Michalke
für die Hamburger Liedertafel

HL im Café Refugio

Volles Haus im Café „Refugio“ in Harburg.
Hamburger Liedertafel on tour.