Wir über uns

Die Hamburger Liedertafel hat Geburtstag!

Im März 1823 feierten die Mitglieder der Hanseatischen Legion ihr zehnjähriges Bestehen. Als Freiwilligenverband hatten sie 1813/14 erfolgreich gegen Napoleon gekämpft und nun veranstalteten die Bürger alteingesessener Hamburger Familien ein großes Stiftungsfest. Mit dem musikalischen Programm betrauten sie den Dirigenten Albert Methfessel. Und als er die Hamburger Freiheitskämpfer begeistert vierstimmig „Teure Heimat …“ schmettern ließ, hatte er sie überzeugt. Am 19. April gründeten sie die Hamburger Liedertafel.

Die Chorgründung fiel in eine Zeit des geistigen und musikalischen Aufbruchs in Hamburg, den auch Methfessel maßgeblich mitgestaltete. Unvergessen bleibt er aber auch, weil er 1828 die Hamburg-Hymne „Stadt Hamburg an der Elbe Auen“ komponierte, die bis heute zum festen Repertoire der Hamburger Liedertafel gehört.

Hamburgs erster Männerchor prägte das musikalischen Leben der Stadt, unterstützte Senat und Bürgerschaft bei Großveranstaltungen und förderte das Chorwesen. Seit den Anfängen kümmerte sich die Hamburger Liedertafel auch verantwortungsvoll um die Bedürftigen in ihrer Vaterstadt und veranstaltete eine Vielzahl von Wohltätigkeitskonzerten.

Als nach dem Brand von 1842 das alte Hamburg in Schutt und Asche lag, sammelte die Liedertafel Geld für Geschädigte und gestaltete später die musikalischen Feierlichkeiten bei der Grundsteinlegung und der Einweihung des neuen prächtigen Rathauses.

Auch schwere Zeiten gingen an der Liedertafel nicht vorbei, so erlebten ihre Sänger fünf Kriege und zwei Inflationen. Und als der menschenverachtende Größenwahn des Nationalsozialismus in den Zweiten Weltkrieg führte, millionenfaches Leid verursachte und zum Auslöser für die totale Zerstörung der Heimatstadt wurde, fand sich der Chor ein, um den verzweifelten Menschen neue Hoffnung und Zuversicht zu geben.

Inmitten von Ruinen sang die Hamburger Liedertafel für Ausgebombte, Kriegerwitwen und deren Familien, Heimkehrer sowie für Vertriebene und Flüchtlinge, die in Hamburg gestrandet waren. Sie sang für Menschen, die erst zögerlich wieder erfuhren, dass es auch eine deutsche Kultur gab, die nicht von Propagandalügen, Hass und Verblendung geleitet war, sondern von Friedenssehnsucht, Liebe und Menschlichkeit. Die in kalten, zugigen und einfachsten Räumlichkeiten veranstalteten Konzerte der Nachkriegszeit, gehören sicherlich zu den innigsten und menschlich bewegendsten Liederabenden in der Geschichte des Chores.

Schon früh erhielt die Hamburger Liedertafel die „Zelter-Plakette“, Deutschlands höchste Auszeichnung für Chöre und wurde 1996 mit dem Hamburger Bürgerpreis geehrt. Über Jahrzehnte hat sie zu Chören im In- und Ausland freundschaftliche Verbindungen entwickelt.

2016 erinnerte die Hamburger Liedertafel vor laufenden TV-Kameras daran, dass sie am 5. Oktober 1841 auf dem Jungfernstieg das von Hoffmann von Fallersleben gedichtete Deutschlandlied am gleichen Ort uraufgeführt hatte, die heutige deutsche Nationalhymne.

 

In 195 Jahren ist die Hamburger Liedertafel zu einer Institution und lebenden Hamburgensie geworden, zählt zu den drei ältesten Vereinen in der Hansestadt und ist berechtigt, das Stadtwappen als Vereinszeichen zu führen. Unverändert geblieben ist auch das soziale Engagement der Liedertafel mit ihren Konzerten in Krankenhäusern und Seniorenheimen.

Und wie ihre vielen Vorgänger, denken auch die heutigen Säger an die Zukunft des Chores, fördern den eigenen Sängernachwuchs, pflegen ihr traditionelles Liedgut und singen aktuelle Songs. Gelegentlich treten sie sogar mit einer Rockband auf.

Der Chor wird geleitet von Gunter Wolf, der sein Musikstudium in Dresden absolviert hat und lange Zeit als Chordirektor, Korrepetitor und musikalischer Leiter an vielen Theatern in der DDR tätig war. Mit seinem absoluten Gehör, seinen großen Fähigkeiten als Pianist und seinem aufmunterndem Humor macht er jeden Probenabend zu einem Erlebnis.

 

Gern laden wir Sie zu einer Chorprobe ein. 

Wir treffen uns regelmäßig am Dienstag von 19:15 bis 21:15 Uhr im Chorraum des Turmes der Hauptkirche St. Katharinen.

Katharinenkirchhof 1, 20457  Hamburg.

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