Singen.Bündnis

DAS KONZERT VOM 27.09.2014

Das Konzert war ein voller Erfolg. Alle waren begeistert. Nicht nur das Publikum, sondern auch die Herren der Hamburger Liedertafel und die Kinder waren glücklich, dass es so toll geklungen hat. Vor einem Jahr hatte man sich kaum vorstellen können, wie es werden sollte. Nun musste man feststellen es war sehr schön und alle waren enttäuscht, dass es schon zu Ende war. Zum Glück wird es in Jahr 2015 noch ein weiteres Konzert geben:

Samstag, 14. Februar, St. Thomas Rothenburgsort

Hier nun einige Auszüge aus dem Programmheft :

Die Zimbelsternchen eröffnen das Konzert

Die Zimbelsternchen eröffnen das Konzert

GRUSSWORTE:

„Es ist besonders schön, wenn durch das gemeinsame Singen in einem Chor unterschiedliche Generationen zusammentreffen. Im Fall des Projekts SINGEN.Bündnis ist die jüngste Sängerin 5 Jahre und der Älteste 86 Jahre. Wenn die Hamburger Kinder- und Jugendkantorei und die Hamburger Liedertafel miteinander proben, treffen also ehrwürdige Herren auf Schulkinder und üben ihre Auftritte gemeinsam. Und in dieser Beziehung sind einmal nicht die Älteren die „Bestimmer“, sondern sie stehen gleichberechtigt neben den Kindern und Jugendlichen.“
Pröpstin und Hauptpastorin Dr. Ulrike Murmann

„Die Hamburger Liedertafel hat viel getan, um den „musikalischen Spagat“ zu schaffen. Wir sind modern und mit moderneren Liedern am Start. Wir haben dieses SINGEN.Bündnis mit der Kinder-und Jugendkantorei initiiert und werden weiter an diesem und ähnlichen Projekten arbeiten, denn Projekte sind temporär überschaubar und den modernen Bedürfnissen entsprechend. Die Themen Integration von Menschen mit Migrationshintergrund und die Inklusion von Menschen mit Unterstützungsbedarf in unseren Verein können neue Fundamente für eine allseits gedeihliche Situationen sein.“
Gerhard Pfeiffer, Vorsitzender der Hamburger Liedertafel

„In diesem SINGEN.Bündnis ist etwas entstanden: die gemeinsame Erfahrung, dass die Kleinen von den Großen lernen und, das ist vielleicht noch wichtiger, umgekehrt. Ganz klar: Singen verbindet, nebeneinander und miteinander, und das tut es von Kindesbeinen an. Ich wünsche mir, dass diese Erlebnisse Früchte tragen und das frische Bündnis noch lange bestehen bleibt, ausgebaut und erweitert wird und vor allem mit vielen Kindern Nachahmer findet.“
Martin Fischer, SINGEN.Büro, Deutscher Chorverband

„Wer ein kleines Samenkorn legt, weiß nicht, was sich daraus entwickelt – aber vergebens ist es bestimmt nicht.“
Gertrud Schüttler , Präsidentin Chorverband Hamburg e.V.

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Pastor Engelbrecht begrüßt das Publikum

IDEEN UND GESTALTUNGEN DES HAMBURGER MODELLVERSUCHS:

Von Helmut Gärtner und Günter Michalke (Projektleiter des Modellversuches)

Die Geburtsstunde dieses spannenden Modellversuches liegt in zwei aufeinanderfolgenden Stadtteilfesten von St. Katharinen – 2012 und 2013.

Die Männer der Hamburger Liedertafel sangen der Kinder- und Jugendkantorei St. Petri und St. Katharinen auf der Bühne spontan zwei Seemannslieder. Aus der Begeisterung der Zuhörer wurde die Idee, es einmal gemeinsam mit dem Singen zu versuchen und dieses auch eventuell in einem Konzert umzusetzen.

Unsere Liedertafel schloss also ein Bündnis mit der Kirchengemeinde St. Katharinen und der Kinder- und Jugendkantorei St. Petri/St. Katharinen.

Ziel war die Integration der teilnehmenden Kinder in die Struktur eines traditionellen Männerchorvereines, um damit Teilhabe am kulturellen Leben zu sichern. Dazu war es notwendig, die Lebenswirklichkeit der Kinder aus Alt- und Neustadt kennen zu lernen und positiv zu beeinflussen und ihnen und ihren Eltern die Schönheit und Ästhetik des mehrstimmigen Chorgesanges nahezubringen. Damit sollten grundsätzlich Lust und Motivation zur Musik, insbesondere aber zum Chorsingen weiter gestärkt werden. Ein weiteres Ziel des Projektes bestand darin, zu einem gemeinsamen Konzept eines Konzertes zu gelangen und einer breiteren Öffentlichkeit am heutigen Tag die Ergebnisse als offizielles Konzert zu präsentieren.

Am Ende erhofften wir uns wegweisende Veränderungen der Liedertafel in die Moderne: durch Verjüngung des Chores, durch Veränderung des Liedgutes und durch Einbeziehung soziokultureller Aspekte. Es könnte uns gelingen, von den mitsingenden Kindern die Väter selbst zum dauerhaften Mitsingen zu bewegen.

Dieses Beispiel sollte in Hamburg Schule machen.

Die Liedertafel bemühte sich erfolgreich um Förderung durch den deutschen Chorverband und durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Unter dem Titel „Kultur macht stark“ wurden uns Mittel zugewiesen und das SINGEN.Bündnis aus Bundesmitteln gefördert.

Die junge Zielgruppe sind Kinder im Alter zwischen 6 und 13 Jahren. Sie stammen weitgehend aus allen Stadtteilen in Hamburg, mit unterschiedlichen Migrationshintergründen und mit fast 20 verschiedenen nationalen Identitäten sowie aus verschiedenen sozialen Brennpunkten. Sie besuchen in der Regel Grund- und Stadtteilschulen in Hamburg, in denen das gemeinsame Singen – vorsichtig ausgedrückt – stark vernachlässigt wird bis gar nicht stattfindet. Durch die Verdünnung der Ausrichtung musikalischer Lerninhalte kommen die Schülerinnen und Schüler kaum noch zum lebensbejahenden Singen. Damit entfällt die mögliche Verbesserung der Daseinsqualität.

Unter der Leitung der erfahrenen Kinderchorleiterin Sabine Paap sollten die Kinder weltliche Lieder aus Rock und Pop, Musical und Film einstudieren. In einem zweiten Schritt lernten sie zweistimmig zu singen (Sopran und Alt). Im dritten Schritt erfolgte die sukzessive Zusammenführung der gesamten Stimmen von „Jung bis Alt“. In den gemeinsamen Proben wurden zahlreiche Vorurteile und Stereotypen abgebaut und in Gesprächen zwischen „Jung und Alt“ die offenen Fragen beantwortet.

Geförderte Modellversuche sollten Neues und Innovatives erbringen, gleichzeitig offenbarten sich im Ablauf und der Entwicklung Überraschungen und spontane Erkenntnisse. Zum Beispiel entpuppte sich der klassisch traditionell ausgebildete und erfahrene Chorleiter der Hamburger Liedertafel als „Avantgardist“ der neuen Musik, öffnete sich, weckte darüber hinaus Begeisterung und wirkte stark motivierend auf alle Teilnehmer. Die Kinder wiederum haben nach kurzem Ansingen traditioneller Lieder so gesungen, als seien sie „die Alten“.

So beim gemeinsames Singen in der Osternacht oder beim Frühlingskonzert in St. Petri.

Die Mitglieder der Liedertafel haben die Herausforderung des neuen, moderneren Liedgutes im Gegensatz zu den Kindern als zusätzliche Belastung empfunden, und trotzdem daraus entstehende Anforderungen bewältigt. Trotz natürlicher reservierter Erwartungshaltungen bei Kindern und Erwachsenen ergaben sich zahlreiche überraschende Kontakte und Dialoge, die erstaunlich schnell zu einem gemeinsamen Verständnis von Singen führten.

Damit war der Erfolg gewährleistet, wurden neue Wege in Hamburg beschritten.

(Red: fbt)

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Sabine Paap leitet den ersten Abschnitt

ERSPÜREN UND FINDEN VON GEMEINSAMKEITEN:

Von Sabine Paap (Leiterin der Kinder- und Jugendkantorei)

Musik und vor allem das Singen ist ein Schatz, der uns ein ganzes Leben tragen kann.

Eine Erfahrung, die die Sänger der Hamburger Liedertafel, größtenteils seit Jahrzehnten im Chor, bereits gemacht haben. Und auch die Kinder wissen schon, wie schön es sein kann, sich musikalisch auszudrücken, singend und summend oder auch ein Instrument spielend.

Ein besonderes Merkmal des Singens ist es, Menschen zu vereinen. Wie wunderbar das gelingen kann, dürfen wir in unserem SINGEN.Bündnis erfahren. Musikstile, die wohl kaum unterschiedlicher sein könnten und ein Altersunterschied von bis zu 80 Jahren, so der erste Gedanke beim Blick auf die beiden Bündnispartner Hamburger Kinder- und Jugendkantorei St. Petri/St. Katharinen und Hamburger Liedertafel von 1823.

Dabei muss ich ein wenig schmunzeln und an das Lied vom Sperling und dem Elefanten denken, das die Kinder zu Beginn des Konzertes gesungen haben. Ein ziemlich ungleiches Paar, das – wer hätte es gedacht – nach einem Jahr noch immer miteinander verbunden ist.

Und auch das Bündnis unserer Chöre soll kein Strohfeuer sein. Bevor wir uns in die Vorbereitungen und Proben für das heutige Konzert stürzten, gab es mehrere Begegnungen beim Gemeindefest „Katharina feiert“. Im letzten Jahr sangen wir dort erstmals zwei Lieder zusammen. Daraus entwickelte sich die Lust zu einem größeren gemeinsamen musikalischen Erlebnis.

Sehr schnell war klar, dass dabei beide Chöre gerne etwas von ihrem eigenen Repertoire zeigen wollen und dass es gemeinsame Lieder geben soll.

Wir trafen uns im Frühjahr zu den ersten Proben und konnten sofort gemeinsam singen. „Die Gedanken sind frei“ und „Geh aus, mein Herz“ schmetterten Jung und Alt gemeinsam, und die Älteren freuten sich, dass diese Lieder noch immer aktuell sind und von Kindern gerne gesungen werden.

Wir lernten uns nach und nach besser kennen, erzählten von früher und heute, wie lange wir schon singen und wie wir in den Chor gekommen sind. Die Kinder staunten, dass früher die Probezeit in der Liedertafel zwei Jahre betrug und dass dann alle Sänger über die Aufnahme eines neuen Sängers abstimmen durften. Und die Herren waren beeindruckt, dass es in der Kinderkantorei achtjährige Kinder gibt, die schon über die Hälfte ihres Lebens im Chor singen. Zunächst im Alter von drei Jahren bei den Singmäusen, dann bei den Zimbelsternchen und nun in der Kinderkantorei.

Den Kindern fielen noch weitere Fragen ein: ob die Sänger der Liedertafel miteinander verreisen, ob sie sich zu Beginn der Proben einsingen und ob sie beim Singen stehen oder sitzen. Und sie wollten wissen, ob die Liedertafel auch in den Kriegsjahren gesungen hat.

Schnell wagten wir uns an die Musik für unser Konzert, größtenteils Schlager sowie Melodien aus Film und Musical. Zum Teil spezielle Arrangements für Männerchor und Kinderstimmen, aber auch Sätze für vierstimmig gemischten Chor. Für beide Chöre ungewohnt und eine durchaus spannende Herausforderung.

Und Arbeit macht bekanntlich hungrig. So gab es nach den gemeinsamen Proben für die Kinder meistens Gummibärchen, Lakritz oder Schokoküsse. „Der Wim fand es besonders gut, dass die netten Männer auch noch Naschis mitgebracht haben …“, so die Rückmeldung einer Mutter.

Beim Probentag im Juni haben wir sogar gegrillt und auf dem Kirchhof zusammen Fußball gespielt. Dass Ida an diesem Tag mit Krücken zur Probe kam und die Treppe zum Chorraum im Turm nicht alleine schaffte, war gar kein Problem. Kurzerhand wurde sie auf Händen getragen und nach oben gebracht.

Im gemeinsamen Singen wird Gemeinschaft und Zusammenhalt spürbar. Das wissen wir alle. Und die Erfahrung, dass Musik auch Generationen miteinander verbinden kann, ist besonders schön und wertvoll.

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Gunter Wolf mit der HL

TRADITIONELLES UND MODERNES LIEDGUT IN DER HAMBURGER LIEDERTAFEL:

Von Günter Michalke und Gunter Wolf (Chorleiter der HL)

In den Schränken der Hamburger Liedertafel und im Archiv befinden sich hunderte von Chorsätzen für Männerchöre. Die gesamte klassische, romantische, niederdeutsche und sakrale Chormusik ist dabei. In der Tat wahre Schätze von Brahms, Schubert, Bruckner, Mozart, Silcher, Methfessel, Bach und vielen, vielen anderen.

Und doch hat sich in den letzten Jahren der eine oder andere Chorsatz dazwischen gelegt und wurde von den Männern der HL gerne gesungen, weil sie in ihrer musikalischen Dichte einfach schön klangen. Man sehe sich nur die Sätze des Italieners Bepi de Marzi an. Sakrale Musik, geprägt vom tiefen katholischen Glauben und dem großen Respekt vor den Bergen, den Alpen seiner Südtiroler Heimat. Oder von Udo Jürgens aus seiner Phase „Unterhaltung mit Haltung“. Schlager mit einer Botschaft – heute sagt man dazu message – die in manchen Fällen noch aktuelle Gültigkeit hat. Die älteren Sänger können das Meiste davon singen und sie klingen schön, die romantischen Lieder, in denen alles gesagt, aber nichts ausgesprochen wird, wenn sie vierstimmig vorgetragen werden. Die jüngeren Mitglieder – es gibt sie – lächeln gerne mal, wenn Silchers „Wohin mit der Freud“ angestimmt wird. Es geht natürlich um das „Eine“. Beachtet man aber die Dynamik des Chorsatzes nicht, klingt es wie ein schlecht gesungener Schlager des 19. Jahrhunderts.

Die Männer der Liedertafel sind übereingekommen, dieses alte, aber auch anmutige Liedgut zu pflegen. Lassen sich damit neue, sprich jüngere Mitsänger gewinnen? Anscheinend nicht, das zeigen die letzten Jahre. Neues Liedgut muss also her. Moderne Lieder aus der Rock- und Popmusik, aus Filmen und Musicals kennt heute jedes Kind. Lauthals wird zum Tonträger „geträllert“. Fragt man aber einen Jugendlichen nach einem bestimmten Stück aus den Charts, ist er nicht in der Lage, dieses Lied anzustimmen, obwohl er vorher gesagt hat, er kenne das Stück.

Nur der gemeinsame Gesang, das Arbeiten an der Musik und am Rhythmus ermöglichen einem Menschen, die Komplexität auch moderner Musik zu erfassen und, was in einem Chor wichtig ist, gemeinsam zu singen. Bei der Vorbereitung auf das Konzert mussten auch die Sänger der Liedertafel feststellen, dass die Schlager, Pop-Songs und Melodien aus Musical und Film einen eigenen Rhythmus haben, der mit dem, was man glaubt zu kennen, nicht in Übereinstimmung zu bringen ist. Das erfordert Disziplin und Durchhaltewillen. Die Sängerschaft der Hamburger Liedertafel ist dabei. Sie ringt mit den Rhythmen und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen: Nicht das Hummtata der fernsehgerechten Volksmusik ist das Ziel, sondern interessante Chormusik mit Texten und Rhythmen des 20. und 21. Jahrhunderts. Wobei sich interessanterweise feststellen lässt, dass das Volk immer was anderes gesungen hat, als die Protagonisten der volkstümlichen Musik uns glauben machen wollen und wollten.

Die Liedertafel geht „über sieben Brücken“, sechs hat sie schon bewältigt. Gerne geht sie auch ab und zu auf die ersten drei zurück.

Alle singen gemeinsam unter der Leitung von Frau Paap

Alle singen gemeinsam unter der Leitung von Frau Paap

„WE ARE THE WORLD . . . . .“

Vom Verweben zweier Welten: wenn Alte Popsongs und Junge Maritimes singen
Von Frank Berno Timm

Im Traum hätte ich nicht gedacht, dass ich mal in einem Männerchor lande. Aber so ein SINGEN.Bündnis taugt für sehr viel: Auch, um mit dem Vorurteil aufzuräumen, diese Ensembles lebten nur vom sturen Konservieren ihrer Traditionen.

Im Turmzimmer von St. Katharinen stehen die Stühle im Halbkreis, hier proben viele Chöre. Es ist Sonnabendvormittag: Rund zwei Dutzend Herren im gesetzten Alter haben sich versammelt, um mit Chorleiter Gunter Wolf und Kantorin Sabine Paap für das SINGEN.Bündnis zu proben. Der Ton ist locker, die Arbeit konzentriert – ich werde ohne Umstände in die Reihen der „Hamburger Liedertafel von 1823“ aufgenommen und bekomme ein dickes Notenpaket in die Hand gedrückt. Dass es eine Menge zu tun gibt, wird nach dem – so ausgiebigen wie sorgfältigen – Einsingen schnell deutlich.

Nenas „99 Luftballons“ steht auf dem Programm. Wir Männer singen die tiefen – die Kinder werden später die hohen Stimmen übernehmen. Der Rhythmus strotzt nur so vor schwierigen Achteln, Sechzehnteln und Punktierten – Phrase für Phrase „arbeiten“ wir uns vor. In den regulären Proben der Tafelsänger (den Begriff hat Johann, einer von den Kindern, erfunden) wird die Arbeit fortgesetzt – 15 Lieder lernen die Männer dieses Chores in diesem Jahr neu, darunter einige knifflige Sätze.

Dieser, meiner ersten Probe folgten viele, auch gemeinsame – und ein paar erste Auftritte waren auch schon dabei. Was ist das Besondere? Quer durch die Generationen verstehen wir uns über die Musik. Schnell bekommen wir mit: Auch die anderen haben Erfahrung – in diesem Fall die „Jungen“ – Sabine Paaps Mädchen und Jungs, die wir immer wieder treffen. Das Interesse aneinander ist groß, und mit Freuden beobachte ich, wie sich die anderen Tafelsänger für die Mitglieder der Hamburger Kinder- und Jugendkantorei engagieren.

Heute gehen wir erst mal ins Erdgeschoss von St. Katharinen, dort trifft sich der Zweite Bass mit Kantorin Sabine Paap zur Einzelprobe, eine Melodie aus „Die Schöne und das Biest“ steht auf der Tagesordnung. Wieder geht es um Rhythmen, um intonationsreines Singen, auch bei „We are the world“ (Michael Jackson/ Lionel Richie). Dieser war einer der ersten, heute noch Gänsehaut verursachenden Benefizschlager, an dem vor Jahrzehnten unter Quincy Jones alles mitsang, was Rang und Namen hatte – und irgendwie beschreibt auch er, was wir tun.

Anfang Juli stieg dann „Katharina feiert“. Kinder und Männer musizierten auf dem Gemeindefest in St. Katharinen gemeinsam. Die beiden Chorleiter wechselten sich am E-Piano ab, viele Eltern der Chorkinder sind gekommen, stürmischer Beifall brandet auf. Und ich bin längst in die Runde der Sänger hineingewachsen – voll ungezwungener Neugier lernen wir uns kennen und schnell entdecken wir Gemeinsamkeiten in unseren Lebensgeschichten – obwohl ich zu den Jüngeren der Liedertafel gehöre.

Ich erlebe: Das Motto „Jung und Alt gemeinsam stark durch Singen“ trifft den Kern dessen, was wir tun, ziemlich genau. Selten treffe ich in meinem sonstigen Leben Menschen, die so ungezwungen agieren, wie die, mit denen ich zusammen singe. Immer wieder bin ich fasziniert, wie sich Melodien aus den Proben und Auftritten in meinem Kopf festsetzen, wie sich meine Stimme weiter entwickelt und ich auf einmal musikalisch mehr kann.

Ich werde ein bisschen traurig sein, wenn es vorbei ist. „Grüß Gott, mit hellem Klang . . .“ singen wir am Anfang und Ende jeder Probe in der Liedertafel. Die Noten habe ich noch nie gesehen, kann aber längst einstimmen. Wir sollten unbedingt zusammen weitersingen, finde ich – an Ideen wird es nicht fehlen.

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REAKTIONEN AUF DAS KONZERT:

Wiedergabe eines Telefonanrufs von Frau Poppe
Montag, 29. September 2014 10.00 Uhr auf der Mailbox:

„Guten Morgen Herr Michalke,
hier ist Christa Poppe. Ich wollte Ihnen sagen, das ist eine großartige Sache gewesen. Ich war so begeistert, es ist wirklich zur Nachahmung empfohlen. Und da ich weiß, dass die Idee hauptsächlich von Ihnen und von Herrn Prof. Gärtner, den ich ja noch nicht so gut kenne, gekommen ist, richten Sie dieses bitte an Herrn Professor aus. Es war wunderschön! Meinen ganz, ganz großen Dank. Wir sehen uns beim Brunch.“

Wiedergabe eines Telefonanrufes von Frau Irene Stoeckler
Montag, 29. September 2014 10.30 Uhr:

„Guten Morgen Günter hier ist Irene,
ich wollte Euch noch mal sagen, das war eine ganz großes Konzert. Ich weiß ja, Du richtest das an die Liedertäfler aus. Das war so frisch und jung, wie ich das lange nicht mehr gehört habe. Und wem das nicht gefallen hat, oder wer was meckert, der soll das nächste Mal ins Kino gehen. Die Kinder waren so diszipliniert und haben so toll gesungen, also da war ich baff. Dass die rumlaufen ist ja klar, man kann die ja nicht festbinden, aber so leise und unauffällig, das habe ich lange nicht gesehen. Du richtest das bitte an alle aus. Bis zum Brunch! Wann sind die nächsten Konzerte mit den Kindern?“

Antwort:
„Am 14.02.15 in der Thomaskirche/ Rothenburgsort und am 15.02.15 um 15.00 Uhr in der Petri Kirche, Mönckebergstraße.“

Von Frau Kathrin Prigge – Zu dem Konzert der „Hamburger Liedertafel“ am 27.09.2014

„Und wieder ging ein klangvoller genussreicher Abend zu Ende. Wie schon im letzten Jahr habe ich mich auch dieses Jahr wieder auf den Liederabend der Hamburger Liedertafel gefreut und wurde nicht enttäuscht. Es ist herrlich anzusehen, mit welch einer Begeisterung die kleinen Sängerinnen und Sänger sich auf der Bühne bewegen und durch ihr Schmettern den Zuhörern Freude schenken. Den Herren der Hamburger Liedertafel zuzuhören, ist für mich immer wieder etwas Besonderes, da ich Männerchöre besonders gern höre. Ich wuchs in einer Familie auf, in der viel gesungen wurde.“

„Gott sei Dank waren wir noch fern von Computern, I-Phons und Handys. Es zählte noch das Volkslied. Aus diesem Grunde freue ich mich jedes Jahr auf diesen Liederabend und hoffe, noch viele Abende dieser Art hören zu dürfen. Bei dem Lied aus „Wie im Himmel- Gabriellas Song“ musste ich schlucken. Es war sooooo schön. Eine wunderschöne Sopranstimme. Danke.“

„Danke sage ich allen Sängerinnen und Sängern Groß und Klein, für diesen wunderschönen Abend.“

„Danke an die Chorleiterin und den Chorleiter, die es geschafft haben, diese wunderschöne Musik weiter zu geben.“

„Wenn ich gesund bleibe, bin ich bei dem nächsten Musikabend wieder dabei.Dafür ist mir kein Weg zu weit.“